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Bauen einer "Dritten Hand"
Zwei Hände sind einfach nicht genug. Zumindest wenn man jede Menge Bauteile auf ein winziges Developer Board löten will.

Will man verbrannte Fingerspitzen und Lötzinntropfen auf dem Teppich vermeiden, hilft nur eine Löthilfe, die so genannte Dritte Hand.
Also ein Hilfswerkzeug, das das Board hält, während man von allen Seiten rankommt und die Bauteile bestücken kann.

Ursprünglich als Geburtstagsgeschenk für unsern Lötexperten Ulf gebaut, steht es nun auch als binaervarianz-Projekt für jederman zu verfügung.
Also viel Spaß beim nachbauen, verbessern und umgestalten!


Die Suche nach Bauteilen


Da nicht jeder eine Tischlerwerkstatt zum Teile suchen zuhause hat, beschränke ich den Detailreichtum meiner beschreibung auf das Wesentliche. Ihr müßt nur ungefähr die Abmaße der einzelnen Teile einhalten. ich hab alles aus Holzbrettern und -stücken gebaut, aber es steht euch natürllich frei dafür auch Plastik oder Metal zu verwenden.

Grundplatte

- ein Brett, ca. 15cm * 40cm, wenn ihr Holz benutzt, dann mind. 1,5cm stark, um ein bischen Gewicht und damit Stabilität zu erzeugen.
- 40cm ist schon ziemlich lang, würde für ein PC-Mainboard reichen...könnt ihr gerne kürzen

Schiene

- eine Holzlleiste, 2 mal 2 cm, ungefähr 75% der Länge der Grundplatte

Halterungen

- mindestens 15cm hoch, so breit wie die Grundplatte, vielleicht etwas dünner
- mindestens halb so hoch wie das größte, zu lötende Board

Stützwinkel

- 4 Stückchen Holz, grob 4x4x2cm, mindestens ein perfekter 90 Grad Winkel
- man kann natürlich auch Metalwinkel aus dem Baumarkt nehmen

Schrauben

- um alles zusammenzuhalten hab ich 40mm Torx T20 Holzschrauben benutzt..je nach benutzten Material müßt ihr da andere Typen verwenden
- achja, ich hab übrigends genau 15 Stück gebraucht

Klemmschrauben

- Ich hab zwei 8x60mm Schrauben und passende Muttern benutzt

Metalgewinde

- Ich hab ein Metal-in-Holz Gewinde gefunden, das ich direkt in die Halterung schrauben konnte. So nutzt die Metalschraube beim Verstellen das Holzgewinde nicht ab.
-Natürlich könnt ihr auch das Gewinde direkt in das Holz (oder anderes Material) schneiden

Halteflächen

- Das war ein wenig kompliziert! Ihr braucht etwas, das ihr am Ende der Klemmschrauben befestigen könnt um das eigentliche Board zu halten.
- Ich hab die Füße eines alten Küchenschranks genommen. Die sind rund, haben ein Kugelgelenk um sie zu bewegen, hinten ein Gewinde zur Befestigung und sind aus weichem Plastik. So läßt sich ein Schlitz hineinschneiden um das PCB zu halten.

Sperrbolzen

- ein Bolzen....oder ein Nagel.....oder eine Schraube.....oder ein Bleistift....überrascht mich ;-)
- Er muß mindestens so lang wie die Dicke der Schiene plus Dicke der 2 Winkel plus ein wenig mehr zum anfassen sein.
- Der Durchmesser bestimmt den Durchmesser der Löcher in der Schiene und der Winkel.

Montage




Als nächstes braucht eine Halterung ein großes, rechteckiges Loch, um über die Schiene zu passen. Ich hab eine Kreissäge und ein Stemmeisen benutzt, eine Stichsäge wär aber wohl sicherer... ;-) .
Die zwei Stützwinkel an der beweglichen Halterungen brauchen ebenfalls Löcher. Es ist extrem wichtig, das die Löcher mit denen in der Schiene genau übereinstimmen, damit die Halterung nicht wackelt. Am besten geht das, wenn man erst einen Winkel an die Halterung schraubt, diese dann über die Schiene setzt und durch(!) das Loch in der Schiene den Winkel anbohrt. Danach kann man den zweiten Winkel montieren und urch das Loch im ersten auch das zweite Loch bohren.
Achtet außerdem darauf, das die Winkel und die Halterung eine ebene Abschlußfläche bilden. Ist die Standfläche nicht eben, wackelt wiederum eure Halterung.

Wenn ihr alles so groß baut wie ich, reichen die Schrauben (mit vorgebohrten Löchern) zur Befestigung aus. Solltet ihr etwas kleiner bauen, könnt ihr ein paar Schrauben weglassen und die Teile dafür zusätzlich verkleben.. Ich geb hier keine genauen Positionen für die Schrauben an, ihr könnt euch selbst denken wo man die Teile am besten miteinander verbindet.
Als letztes brauchen wir die Löcher für die Klemmschrauben. Normale Löche mit dem selben Duchmesser wie die Schrauben funktionieren, allerdings müssen die Schrauben dann mit Muttern fixiert werden. (Und diese Muttern müßt ihr jedesmal lösen, wenn ihr das Board aus der Halterung nehmt)
Deshalb hab ich mir ein Einschraubgewinde gesucht, welches ich in die Halterung geschraubt habe. Damit entfallen die zusätzlichen Muttern (bis vielleicht auf eine, zur Sicherheit).

Ergebnis


Die Dritte Hand ist ein hübsches Hilfsmittel, wenn man mal was zum Geburtstag basteln will. Es braucht nicht viel Vorbereitung, Geld oder gar Geschickklichkeit.

Aber ist es benutzbar?

Wenn ihr es so groß baut wie ich, ist es mehr was zum Hinstellen und Angucken. Es ist zu groß und grob, um kleine Ein-Chip Developer Boards zu halten, aber auch nicht kräftig genug für ein riesiges ATX-Mainboard (was soll man daran auch löten..).
Wenn ihr es kleiner baut, mag es auch nutzbar sein, falls ihr kleinere Sachen wie die Halteflächen noch verbessert.
Für kleine Einzelbauteile hat sich auch ein Notizzettelhalter (eine Krokodilsklemme an ner flexiblen Halterung) bewährt.

Aber lasst euch davon nicht aufhalten! Fangt an eure eigene Version zu bauen, vielleicht kommt ihr noch auf bessere Lösungen als ich. Viel Spaß....und schickt Bilder ! ;-)
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